Alle lieben Kate. Ich auch. Und die Emma. Das ist zum einen interessant, weil die Postille von Frau Schwarzer ja in ihren Glanzzeiten gerne mal gegen entblätterte Weiblichkeit in Funk und Fernsehen gewettert hat. Doch diese Zeiten sind vorbei und so schafft es das BH-lose Blatt nun tatsächlich, wie so viele andere, die liebe Kate vor allem dafür zu loben, dass sie Diäten und Schönheits-OPs abschwört. Na, wenn das allein reicht, um eine tolle Frau zu sein – Danke Emma. Darauf einen Schokoriegel. So macht Feminismus Spaß. (Gibt es eigentlich Berichte, die Robert De Niro bezüglich seiner Absage an Diäten und Schönheits-OPs loben?)

Schlüppi und Thrombosestrümpfe
Februar 19, 2009Berlinale intensiv – das hatte ich mir dieses Jahr fest vorgenommen. Ausgerüstet mit der prall gefüllten Kulturkasse (Mamas Geburtstagsgeschenk) und ohne Vollzeitbeschäftigung standen die Chancen gut. Dass es dann letztlich ein Schnupperwochenende und ein tatsächlich intensives Wochenende wurde, lag am Grippevirus und am spontanen Aufbruch zur Wohnungssuche in Hamburg. Das Ergebnis in Kürze:
Einem Sozialwohnungsbaby wachsen Flügel („Ricky“)
Eine koreanische Familie sucht ihren Autor („Members of the funeral“)
Kurzfilme wollen die Welt besser machen („Berlinale Shorts V“)
Ein japanischer Schlüppi-Knippser findet seine Jungfrau Maria („Ai no mukidashi – LoveExposure“)
Ein traniges US-Epilepsie-Girl verliebt sich in ihren besten Freund und wir schlafen dabei ein („The exploding girl“)
A-Promis vor Bluescreens suchen eine Mörder („Rage“)
… und zu guter Letzt zieht ein bestens gelaunter Versager mit seiner verklemmten Ex-Freundin durch Seoul um seine Schulden an sie zu begleichen („My dear enemy“).

Bruce statt Simone
Januar 29, 2009Gerade gelesen: Bruce Willis wird Nachfolger von Simone Thomalla und künftig mit Rudi Assauer Bierwerbung machen. Interessanter wäre es gewesen, hätte er sie beim “Tatort” ersetzt und würde nun künftig mit Martin Wuttke in Leipzig auf Verbrecherjagd gehen. Aber tröstlich für Frau Thomalla: Nach einer Trennung durch Bruce Willis statt durch die übliche Schmuckblondine ersetzt zu werden, das hat doch Glamour. Ich wünsche den Dreien von Herzen alles Gute, Prost!

rationalfutter, logisch
Januar 26, 2009Habe heute ein afrikanisches Kind vorm Hungertod gerettet indem ich drei morgen ablaufende Eier in 6 fettige Eierpfannkuchen verwandelt habe statt sie in den Mülleimer zu werfen. Danach 2 Stunden Buße im Fitnessstudio getan. Werde nun morgen nicht auf die Waage steigen können um meine Lorbeeren einzuholen. Kurz überlegt, auf Instinktverhalten umzuschalten. Dann doch den Mittelweg gewählt und vier Stück Gummi-Schnückes statt Schokoriegel gekauft. Braves Mädchen.

schwer verdient
Januar 15, 2009Um den gestrigen Tag und meinem momentan ereignis- wie fortschrittlosen Leben irgendeinen Sinn zu verleihen, hatte ich mir fest vorgenommen zumindest mal wieder einen Blog-Eintrag zu schreiben. Habe sogar extra einen fetten Spaziergang gemacht in der Hoffnung auf Inspiration. Letztere blieb aus – aber Fernsehgott sei Dank gibt es Mein RTL. Heute mit „Raus aus den Schulden spezial: Was verdient Deutschland?“. Die ideale Sendung für mich als Akademiker mit momentan nicht gerade florierender Karriere. Wobei ich natürlich schon wusste, dass ich vielleicht doch hätte Lehrer werden sollen und ohne 6 Jahre Studium meine bisherigen Jahreseinkommen in ähnlicher Höhe durchaus auf die Reihe bekommen hätte. Denn so richtig viel Neues war nicht zu erfahren. Und oberflächlich war es natürlich. Trotz der putzig charmefreien Jobtests im Selbstversuch durch Co-Moderatorin Ilka Essmüller. Putzig auch Herr Zwegat, der ohne seine Prekariats-Schützlinge weitaus weniger überlegen und dafür umso ungelenker wirkt. Er gibt den Investigativen und wirkt dabei wie ein Mathematiklehrer, der die Fernseh-AG in Vertretung übernommen hat. Da wirkt das Zusammenbringen von Zwegat mit dem noch stocksteiferen Olaf Scholz fast schon wie in redaktionelles Augenzwinkern. Auch der krönende Abschluss mit dem Vorzeige-Schwaben Wolfgang Grupp als volksnahem Unternehmer, der vor Jovialität kaum geradeaus gucken kann und die Tageseinnahmen quasi noch persönlich in bar zu seiner Volksbank bringt. Ganz bescheiden. Was seine emsigen Mitarbeiter im Hintergrund so verdienen, das wurde allerdings nicht gefragt.