
Killefit des Tages
Mai 15, 2008Würde Falco noch leben, könnte er den EM-Song singen.
Und nicht Revolverheld…..

Würde Falco noch leben, könnte er den EM-Song singen.
Und nicht Revolverheld…..

Nun ist es also passiert: Die Giesel verlässt die Meeeedchen. Sie hat uns genervt und wir werden sie vermissen. Vielleicht ist das mit der Giesel so wie mit Edmund Stoiber. Der hat uns auch genervt und jetzt ist die CSU ohne ihn irgendwie fad. Wahrscheinlich wird es uns mit - bzw. ohne - die Giesel ähnlich gehen. Und was wird erst, wenn die USA demnächst keine Foto für Georg W. Bush hat - bzw. seine Zeit vorbei ist? Dann könnten sich Ede, Giesel und Georg auf einer Big Brother Ranch zusammentun. Statt langeweiliger Menschen, die wir noch nie sehen wollten, gäbe es dann nervende Menschen mit gewissem Unterhaltungswert, die wir länger nicht mehr gesehen haben. Ede braut Bier, Giesel verkauft Pferde - und baut grüne Blättchen an
- und der Georg verteidigt das traute Dreierlei gegen die Achse des Bösen. Mit Giesel zu Pferde gegen Diät-Terroristen. Denn dass sie wegen der - tatsächlich recht beeindruckenden - 11 Kilos rausgeflogen ist, das ist irgendwie killefit.
(Vielleicht hätte Giesel der Janina mal ein paar Burger abgeben sollen. Denn die sollte ruhig mal futtern, damit sie nicht wöchentlich mangelernährter und älter aussieht. - Och komm, stimmt doch!)

In Berlin ist Theatertreffen und ich finde gleich drei Sachen killefit.
Die “bemerkenswertesten Inszenierungen” der Saison pinseln sich gegenseitig ihre subventionierten Bäuche. Das machen sie jedes Jahr und das machen auch jedes Jahr dieselben Bäuche. Habe ich zumindest den Eindruck. Bin ja selbst etwas weg vom Theater, ein fauler Zaungast und demenstprechend wenig auf dem Laufenden. Wenn ich mir aber das diesjährige Programm angucke, dann steht da kein einziger mir unbekannter Name, sondern ich kenne tatsächlich noch alle Nasen aus meiner Zeit als Theaterwissenschaftsstudentin und entsprechend fleißiger Bühnenbesucherin. Das ist fast 4 Jahre her.
Karten für das Theatertreffen sind nicht ganz so teuer, wie für das Radiohead-Konzert, aber relativ unerschwinglich und rar. Die bemerkenswertesten Inszenierungen der Saison darf sich also nur der Inner Circle anschauen - wobei die Herren und Damen Dramaturgen, Intendanten, Kritiker und Co. die so bemerkenswerten Inszenierungen sicherlich schon längst gesehen haben dürften.
Und überhaupt die Kritiker. Ein Freund, selbst erlesener tt-Gast, ließ mich den diesjährigen tt-Prolog von Herrn Stadelmaier in der faz überfliegen. Die Grande Dame der Theaterkritik hatte wieder viel zu greinen. Seit Jahren dringt aus dem Theaterstadel das Totenklagelied auf die deutsche Bühne. Sie stirbt, doch Herr Dr. Stadelmaier will sie nicht gehen lassen. Und zitiert Tschechows Möwe: “Ohne Theater geht es nicht.” Echt? Da ist es wieder, das heillose, weil unheilbringende Selbstverständnis des deutschen Theaters: Ich bin wichtig, nehmt mich wichtig, denn ich tue es ja auch. Und genau da liegt meines Erachtens das Problem: Theater muss nicht sein - und das ist das Schöne daran. Theater ist unnützer Tand - aber glitzernd, faszinierend, manchmal auch abstoßend und im besten Fall halt “bemerkenswert”. Ein mal schnörkeliger, mal verzerrender Überbau und nicht das Fundament. Theater sollte froh sein, dass es nicht sein muss. Das es ohne es geht. Theater ist nicht Wasser und Brot, sondern der extra Schlag Sahne. Wenn Du, liebes deutsches Theater, Dich endlich dazu bekennst der Schokoriegel zu sein und nicht die Extraportion Milch, dann komme ich auch bestimmt mal wieder vorbei. Versprochen.

Mit einem 0:0 gegen Wolfsburg die Meisterschaft gesichert. Glamour ist was anderes…