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Hormonspende

Juni 12, 2008

Ironischerweise vor der IKEA-Filiale in Tempelhof habe ich mir heute, am Aktionstag gegen Kinderarbeit, einen Spendendauerauftrag für “Save the Children” aufschwatzen lassen. Schuld war dieser absolut herzige, blonde Knabe mit hanseatischem Bubencharme und großem Verkaufstalent. Hinreißend, ich schwankte zwischen Muttergefühlen und jener keuschen Schwärmerei, die ich als nerdiger Teenager den süßen Skaterjungs in meiner Heimatstadt entgegenbrachte. Ich sage dem Knaben, Student der Wirtschaftswissenschaften, eine rosige Zukunft als Lobbyist, Verkäufer oder Charity-Ikone voraus und bin heilfroh, dass er nicht von Scientology oder Freenet vor das schwedische Möbelhaus platziert wurde. Ich habe dann, ganz in Save-the-children-Laune, auch brav keine von indischen Kindern geknüpften Teppiche, sondern nur eine Antirutschmatte gekauft. Für einen IKEA-Teppich, den ich bereits vor einiger Zeit erstanden habe. Damals, bevor mich der Zauberknabe zum Gutmenschen machte.

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