Wieder mal eine Youtube Perle zu einem Prodigy-Song (siehe Lustig I im März 2008). Bin ich übrigens bei SPREEBLICK drauf gestoßen, die momentan einige feine Angucktipps im Aufgebot haben.

Wieder mal eine Youtube Perle zu einem Prodigy-Song (siehe Lustig I im März 2008). Bin ich übrigens bei SPREEBLICK drauf gestoßen, die momentan einige feine Angucktipps im Aufgebot haben.

Gestern abend war ich im Weihnachtsoratorium – die Sparversion mit Laienchor und Jugendorchester, für Adventswillige mit schmalem Geldbeutel. Also für mich. War an sich sehr schön, die kleinen Hänger waren sympathisch, das grässlich kitschige Altarbild ließ sich ignorieren und die Pappkartonsitze waren zwar eine Herausforderung für die Stützmuskulatur, aber aushaltbar. Hätte also ein schöner Abend werden können – wenn da nicht dieses Päärchen gewesen wäre. Mitte 20, leicht alternativ angehaucht (sprich: Shampoo wird überbewertet), sie sehr dünn (Hass!!) und augenscheinlich schwer verknallt. Irgendwer der beiden hatte immer eine Hand irgendwo beim anderen. Haarkraul hier, Rückenrubbel da – besonders schön auf kratzigem Öko-Wollpulli während Chor und Orchester pianissimo spielen. Und warum sollte man nicht während des Weihnachtsoratoriums rumknutschen? Nicht, dass ich prüde wäre oder katholisch-keusch. Ich bin auch keine frustrierte Single mit Hass gegen alles, was sich ostentativ liebt. Doch den beiden zerzausten Turteltäubchen habe ich im Laufe der 90 Minuten so einiges an den Hals gewünscht. Wäre es die Matthäuspassion gewesen, hätte ich gebetet, dass Blitze und Donner bitte nicht in Wolken verschwinden, sondern vorher nochmal kurz auf die beiden Süßen niedergehen und ihnen ihre tätschelnden Pfoten absäbeln. Soviel zum Fest der Liebe. Und interessant, dass auch im Jahre 3 nach dem Singledasein der Päärchenhass frisch bleibt. Ein Beweis, dass Päärchenhass nicht unbedingt was mit Neid zu tun haben muss. Auch interessant, dass ich immer noch nicht in der Lage bin „Päärchen“ richtig zu schreiben. Manche Dinge, lernt man wohl nie. Und vielleicht ist das auch gut so.

Nun hat die Wirtschaftskrise auch den Hannoveraner Hauptbahhof erfasst. Wurde man dort bislang in der „Messestadt Hannover“ willkommen geheißen, rollt nun die „Landeshauptstadt Hannover“ den roten Teppich aus. Man fragt sich, ob das nun eine Degradierung oder ein Aufstieg ist. Die englische Begrüßungsformel klingt auf jeden Fall glamourös: „Welcome to the federal state capital of Hanover“. Schick. So ein Hauch von Weißem Haus und weiter Welt auf Gleis 9. Wie ich wohl zu Weihnachten in der ostwestfälischen Heimat begrüßt werde: „Welcome to the county capital of Minden“? Ich bin gespannt.