Um den gestrigen Tag und meinem momentan ereignis- wie fortschrittlosen Leben irgendeinen Sinn zu verleihen, hatte ich mir fest vorgenommen zumindest mal wieder einen Blog-Eintrag zu schreiben. Habe sogar extra einen fetten Spaziergang gemacht in der Hoffnung auf Inspiration. Letztere blieb aus – aber Fernsehgott sei Dank gibt es Mein RTL. Heute mit „Raus aus den Schulden spezial: Was verdient Deutschland?“. Die ideale Sendung für mich als Akademiker mit momentan nicht gerade florierender Karriere. Wobei ich natürlich schon wusste, dass ich vielleicht doch hätte Lehrer werden sollen und ohne 6 Jahre Studium meine bisherigen Jahreseinkommen in ähnlicher Höhe durchaus auf die Reihe bekommen hätte. Denn so richtig viel Neues war nicht zu erfahren. Und oberflächlich war es natürlich. Trotz der putzig charmefreien Jobtests im Selbstversuch durch Co-Moderatorin Ilka Essmüller. Putzig auch Herr Zwegat, der ohne seine Prekariats-Schützlinge weitaus weniger überlegen und dafür umso ungelenker wirkt. Er gibt den Investigativen und wirkt dabei wie ein Mathematiklehrer, der die Fernseh-AG in Vertretung übernommen hat. Da wirkt das Zusammenbringen von Zwegat mit dem noch stocksteiferen Olaf Scholz fast schon wie in redaktionelles Augenzwinkern. Auch der krönende Abschluss mit dem Vorzeige-Schwaben Wolfgang Grupp als volksnahem Unternehmer, der vor Jovialität kaum geradeaus gucken kann und die Tageseinnahmen quasi noch persönlich in bar zu seiner Volksbank bringt. Ganz bescheiden. Was seine emsigen Mitarbeiter im Hintergrund so verdienen, das wurde allerdings nicht gefragt.
