Archiv für die Kategorie ‘Berlin’

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Schlüppi und Thrombosestrümpfe

Februar 19, 2009

Berlinale intensiv – das hatte ich mir dieses Jahr fest vorgenommen. Ausgerüstet mit der prall gefüllten Kulturkasse (Mamas Geburtstagsgeschenk) und ohne Vollzeitbeschäftigung standen die Chancen gut. Dass es dann letztlich ein Schnupperwochenende und ein tatsächlich intensives Wochenende wurde, lag am Grippevirus und am spontanen Aufbruch zur Wohnungssuche in Hamburg. Das Ergebnis in Kürze:

Einem Sozialwohnungsbaby wachsen Flügel („Ricky“)

Eine koreanische Familie sucht ihren Autor („Members of the funeral“)

Kurzfilme wollen die Welt besser machen („Berlinale Shorts V“)

Ein japanischer Schlüppi-Knippser findet seine Jungfrau Maria („Ai no mukidashi – LoveExposure“)

Ein traniges US-Epilepsie-Girl verliebt sich in ihren besten Freund und wir schlafen dabei ein („The exploding girl“)

A-Promis vor Bluescreens suchen eine Mörder („Rage“)

… und zu guter Letzt zieht ein bestens gelaunter Versager mit seiner verklemmten Ex-Freundin durch Seoul um seine Schulden an sie zu begleichen („My dear enemy“).

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Neukölln hupt

Juni 15, 2008

… und sie hupen immer noch.

(foto kommt noch – rechner mag kamera gerade nicht)

In der großen EM-Soap sind die Türken auf jeden Fall der beste Cliffhanger-Garant. Wahnsinn, die haben Nerven! Ich hoffe, dass es für „Schland“ morgen zwar spannend, aber bitte nicht so nervenzerfetzend wird. Das überlebe ich nämlich nicht.

P.S.: Ich beziehe die überbordende Freude da draußen auch mal ein bisschen auf mich, denn ich habe heute den ersten Gruppensieg meiner Tippgemeinschaft eingefahren. Und das trotz eines Tippfehlers. Ich wollte auf 3:2 für die Türkei tippen – ist ehrlich wahr! Doch irgendwie haben meine zarten Pranken dann wohl eine 3 statt eine 2 erwischt und ich musste während des Spiels feststellen, dass ich auf 3:3 getippt hatte. Schäm, der Spielleiter hatte uns zuvor noch extra darauf hingewiesen, dass es kein Unentschieden geben kann. Was ich aber auch ohne diesen Hinweis gewusst hätte. Ehrlich wahr. Naja, ist dann doch noch alles gut gegangen, da meine Erzrivalin auf die Tschechen gesetzt hatte und wir beide die Schweizer unterschätzt bzw. den Sportsgeist und die Spielfreude der Portugiesen überschätzt hatten. Ein Duselsieg eben. Manchmal hat man eben Glück.

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Ritterschlag

Mai 30, 2008

Neukölln hat’s geschafft. In der EM-Beilage des aktuellen Tip-Magazins glänzt das ehemalige Schmuddelkind unserer hippen Hauptstadt in einer Bezirksrubrik mit Prenzlberg. Geographisch nicht so ganz nachvollziehbar, aber trotzdem: Herzlichen Glückwunsch!

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Die liebe Ampel

Mai 4, 2008

Ampel loves Fahrradfahrer!

Rotes Ampellicht in Herzform

Aber loves Fahrradfahrer Ampel?

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Schmelz in den Mai

Mai 1, 2008

Interessant, dass ich mich abends noch ärgere, nicht rechtzeitig vor der Inflation das „Curtains“-Album der Tindersticks gekauft zu haben – und dann am nächsten Morgen beim Blick in die Zeitung feststelle, dass eben jene Band am selben Tag in der Volksbühne auftritt. Zwar fest entschlossen, nicht schon wieder etwas zu verschlafen, gleichzeitig aber auch in wie immer provokativ-unterwürfiger Herausforderung gegenüber dem Schicksal, habe ich mir kein Ticket online gesichert, sondern es drauf ankommen lassen an der Abendkasse noch eine Karte zu bekommen. Und das Schicksal war gnädig und belohnte mich mit Ticket und einem…. – ja, großartigen Konzert! Mit anfänglicher Irritation meinerseits. Bin zwar großer Verehrer der Gruppe, aber nicht starfucker genug alles über die Jungs wissen zu wollen. Tja, und so hatte ich immer angenommen, stets ohne Hintergrundinfo der wundervollen Musik lauschend, dass der gute Stuart Staples ein 2m großer schwarzer, asketischer Hüne ist. So wie der Typ von Faithless. Keine Ahnung, wie ich darauf gekommen bin. – Ach ja richtig, wegen der Stimme. Die Stimme!! Mädels und Jungs – vor allem Mädels, vergesst Eure Sextoys – DIESE STIMME!!!! So samtig, so zerbrechlich, so kraftvoll, so schmelzend, so sexy, so körperlos. – Okay einen Körper hatte der recht kaukasisch-weiße, grau-kotelettete Stuart dann doch, aber einen recht normalen. Und nach 2 Song hatte ich dann auch die Rekontextualisierung von Stimme und Erscheinungsbild erfolgreich abgeschlossen und konnte genießen. Der Stuart wand sich vor allem introvertiert und leidend und inbrünstig und mit geschlossenen Augen und ließ seine Stimme schmelzen. Das Leiden und Winden glaubt man ihm sogar. Naja, ich zumindest. Rundrum die Band schmolz mit, tolle Streicher, fette Bläser – jeweils auch mit viel guter Laune an diversen Percussioninstrumenten. Und bei der ersten von 4 Zugaben lächelte der Stuart dann auch. Und ich mit. Schön war’s. Und am Wochenende, wenn die Läden wieder auf haben, kaufe ich mir ein Tindersticksalbum. Vielleicht sogar Curtains. Versprochen.

P.S.: Ebenfalls erfreulich bei diesem Konzert, welches ich solo ohne Begleitung besuchte, waren meine Sitznachbarn. Für gewöhnlich sitze oder stehe ich, die bei guter Musik nur schwer stillhalten kann, stets neben der stoischsten deutschen Eiche im Saal. Gestern saß mir zur Rechten ein heftig mitwippender Osteuropäer und zur Linken eine völlig aufgelöste Italienerin, die während der Show etwa 80 Musikorgasmen hatte. Danke an Euch beide nochmal. Ihr wart super.