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testbild

April 21, 2015

Testbild © Sinje Hasheider

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Bank statt Burg

März 24, 2014

Mir gerade überlegt: Wäre Matthias Hartmann Chef einer europäischen Großbank, würde man über das Finanzloch im Burgtheater einen Rettungsschirm spannen und Herrn Hartmann prozesslos eine Abfindung zahlen, bevor er es sich auf seinem Folgeposten in der Geschäftsführung der Stage Entertainment GmbH bequem macht.

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google-wurst-alert

Januar 7, 2014

Es gibt Namen, die gibt es recht häufig. Es gibt Schauspieler, die einen solchen Namen tragen. Und es gibt Schauspieler, die einen solchen Namen tragen und zum Ensemble des Schauspielhauses gehören. Und folglich per google-alert von mir beschattet werden. Nun serviert einem der Benachrichtigungsdienst bei diesem Kollegen stets eine Fülle guter Nachrichten, vornehmlich aus der bundesdeutschen Provinz. Neuigkeiten aus der Welt der Schützenvereine, Ortsvorstände, Turnvereine, mittelständischen Betriebsräte und freiwilligen Feuerwehren. Heute strahlte etwa folgende gute Nachricht aus Bad Königshofen im Posteingang: „Mit einer Wurstplatte hat der Feuerwehrverein dem ausgeschiedenen Kommandanten Michael Weber (links) gedankt.“ Danke, lieber Michael Weber (links) auch von mir, für diesen Gruß aus der Provinz, wo die Welt noch in Ordnung und die Wurstplatten noch herzlich sind.

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Der statische Duft des Alters

Januar 5, 2014

Gestern hatte ich Geburtstag, 36 Jahre alt – da kann ich mit leben. Zumindest bis ich von einer Radiosendung den Stempel „middel-aged“ aufgedrückt bekam. Die hörte ich heute beim Putzen. „Neonlicht“ auf Deutschlandradiokultur, in dem Beitrag ging es um Großstadtgerüche und offenbar steht statisch gesehen der Geruchsinn bei Frauen im Alter zwischen 30 und 40 in seiner vollsten Blüte. Was die interviewte Londoner Wissenschaftlerin zu der amüsierten Bemerkung hinriss, dass Männer Anfang zwanzig wohl ziemlich doof aus der frisch eingedieselten Wäsche schauen dürften, wenn Sie wüssten, dass sie mit üppig duftenden Haargel eher die „middle-aged women“ als die Altergenossinnen anziehen. Habe daraufhin empört die Website des statistischen Bundesamtes konsultiert und mich darin bestätigt gesehen, dass noch 4 Jahre bis zum statistischen Mittelalter vor mir liegen. Mit Blick auf die Familienstatistik so far gar 12 Jahre. Mal abgesehen davon, dass meine Sehkraft über dem bundes- wie familienweiten Durchschnitt liegt. Und üppiges Haargel noch den schönsten Jüngling unter den Durchschnitt verbannt. Da kann er duften wie er will.

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netheaterz

Mai 8, 2013

Relativ ungeordnete Gedanken nach dem Auftaktabend von :
Großes Auseinanderdröselbedürfnis vorm Zusammenbringen von Theater und Netz. Was ist überhaupt „Netz“? Was macht es aus? Was kann es für Theater bedeuten?

Netz ist ganz vieles diverses. Theater ist etwas spezielles, aber offenes.

Netz ist Information. Und Theater?

Netz ist Kommunikationsmittel und somit ein Vehikel für Öffentlichkeitsarbeit. Von einem Theater in Richtung Öffentlichkeit, von der Öffentlichkeit in Richtung Theater.

Netz ist Kommunikationsmittel und kann als solches Eingang in ein Theaterereignis finden. Netzkommunikation auf der Bühne. Bühnenkommunikation im Netz.

Netz ist ein Ort, an dem Theater stattfinden kann. Sei es durch Übertragung eines Bühnengeschehens, sei es als Teil eines Bühnengeschehens. Theater ohne Bühne gibt es nicht. Netz kann Bühne sein.

Netz ist ein gesellschaftlich relevantes Thema und kann als solches Teil eines Theaterereignisses sein. Explizit durch Einbinung in eine dramatische Handlung, z.B. Stück über das Netz oder Stück über eine Handlung, die im Netz stattfindet. Implizit, indem Handlungen im Netz als performative Praktiken ein Theaterereignis konstitutieren, beeinflussen, ergänzen, steuern.

Zentrale Stichworte sind Körperlichkeit, Präsenz und Zeit. Netz ist virtuell, Theater ist – darauf beharre ich – körperlich. Theater ist Präsenz, Anwesenheit von Menschen, das Jetzt, die Echtzeit. Zumindest sind das die zentralen Dispositive, die natürlich auch in Frage gestellt oder negiert werden können. Netz ist körperliche Abwesenheit, virtuelle Präsenz, die in der Netzgesellschaft nicht gleichbedeutend aber ebenbürtig mit der körperlichen Präsenz verhandelt wird. Zeit ist im Netz relevant, Vergangenheit und Zukunft sind möglich (Blogartikel von gestern und Wetterbericht von morgen). Die konstituierende Zeitzone des Netzes ist jedoch das Jetzt, Gleichzeitigkeit ist möglich und macht das Netz aus.

Das Netz hat keinen Ort. Das Theater braucht eine Bühne.

So weit, so ungeordnet, so halb reflektiert.
Mal sehen, was der morgige Tag mit diesen Gedanken so anrichtet.

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Duftender Astronaut

März 25, 2013

Der Mann findet die aktuelle Axe-Astronautenwerbung sexistisch. Ich nicht. Wer sie nicht kennt: Frau badet im Meer, Hai kommt, Frau schreit, gut gebauter Rettungsschwimmer wirft sich in die Wellen, haut den Hai bewusstlos, trägt Frau (schlank, jung, knapper Bikini) an Land, Lebensretterkuss bahnt sich an. So weit Tarzan, so weit Jane. Dann lenkt etwas die Frau ab, sie wendet den Blick, Schnitt, am Strand steht ein Astronaut, er nimmt den Helm ab, drin steckt ein Nerd mit Pottschnitt. Frau rennt hypnotisiert zum Astronauten. Claim: Nichts schlägt einen Astronauten.
Ich finds sehr lustig und nicht sexistisch. Gut, die Frau ist natürlich schlank mit Hopsemöpsen beim Laufen. Aber der Rettungsschwimmer streckt uns auch seine gleißenden Bizeps entgegen. Liegt der Sexismus in der Ausgangssituation der hilflosen Frau? Nee, ich meine, so’n Hai… Und das Retten ist halt der Job vom Recken. Da wird der für bezahlt. Und dass er den Hai mit bloßen Händen besiegt, zeigt, dass er seinen Job gut macht. Und ist natürlich eine herrliche Übertreibung. Die Frage, ob er den Hai auch für die Omma oder den Bierbauchtouristen in Angriff nehmen würde, ist wiederum diskriminierend gegenüber Senioren, Korpulente und letztlich auch sexistisch gegen Männer. Dass die Frau dem hegemonialen Männlichkeitsideal des strammen Retters den duftenden Astronautennerd vorzieht, empfinde ich hingegen als Kompliment.

P.S.: Vielleicht sollte ich angesicht von Vokabeln wie „Hopsemöpse“ mal drüber nachdenken, wie sexistisch ich eigentlich unterwegs bin…

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Schreibtisch, existentialistisch

Januar 16, 2013

Erfolgreich den Alltag sublimiert, als mir beim wiederholten Suchen des Post-it-Blocks die folgenden Textzeilen in den Sinn kamen:

Ja, vielleicht sind wir Menschen 
nur dazu geboren
um ruhelos zu suchen bis zum Schluss.
Auch ich hab irgendwann einmal
etwas verloren,
was mir fehlt und was ich
wiederfinden muss.

(Hannes Wader, „Erinnerung“)